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Strategische Partnerschaft RECHT UND GESCHLECHT - LAWGEM
Erfolgreiche Veranstaltung zur Förderung unseres LAWGEM-Projekts
Neue Qualität in der Bildung für Gleichberechtigung

Neue Wege für Geschlechtergleichheit: Gender Quote für Politische Partizipation und Gender kompetente Lehreim Rechtsstudium

Aufgrund der Korona-Pandemie musste die Multiplikatoren-Veranstaltung online durchgeführt werden. 78 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten im April 2021 die Slots in Deutsch und Englisch.

Während der deutschen Veranstaltung stellte Mareike Fröhlich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Projekt mit seinen Hauptaktivitäten und Ergebnissen vor. Danach konzentrierte sich die Veranstaltung auf Genderfragen, insbesondere auf das Geschlechterbild in der juristischen Ausbildung (siehe Tagesordnung).Dr. Dana Valentiner präsentierte ihre eigene und mehrere andere Analysen von deutschen Fallbeispielen, die für die juristische Ausbildung entworfen wurden und zeigte auf, dass sie ein spezifisches Geschlechterbild transportieren, das Frauen in einer nachteiligen Position darstellt. Sie motivierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihr eigenes Lehrmaterial unter dieser Prämisse zu hinterfragen und auf einen moderneren, geschlechtsneutralen Ansatz umzustellen. Im Anschluss an diesen Vortrag berichtete die Rechtsanwältin und Abogada Katharina Miller, die als Anwältin in Madrid arbeitet, über ihre Erfahrungen mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie teilte ihre Erfahrungen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Partnerin in ihrer eigenen Kanzlei, als Präsidentin der European Women Lawyers Association sowie als Mutter. Sie machte deutlich, dass mehr Engagement und neue Formen der Gleichberechtigung in der Anwaltschaft notwendig sind. Im Anschluss fand eine rege Diskussion statt, die die aktuelle Situation aus verschiedenen Perspektiven analysierte und sich dahingehend zusammenfassen lässt, dass das Grundgesetz in Art. 3 Abs. 2 ein Handlungsauftrag ist, der nicht mehr ignoriert werden kann, sondern auch andere Grundrechte, wie den Schutz der Familie sowie die persönlichen Freiheitsrechte, berücksichtigen muss.

Die englische Veranstaltung stieß auf großes Interesse: Nach der Begrüßung durch den deutschen Koordinator, Prof. Dr. Thomas Giegerich, stellte die serbische Hauptkoordinatorin, Prof. Dr. Dragica Vujadinovic, das Projekt, seine intellektuellen Leistungen und die wichtigsten Ergebnisse vor.Das Konsortium freute sich sehr, dass Ivana Jelic, Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, ihr Verständnis für die Bedeutung einer genderkompetenten juristischen Ausbildung darstellte.Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stand die Vorstellung des Curriculums für einen Masterstudiengang Recht und Gender im Mittelpunkt (intellektueller Output1, IO1). Mareike Fröhlich stellte die Grundstruktur und Details des Curriculums vor, das als Modell für nationale Studiengänge dienen soll.Darüber hinaus wurden folgende Pflichtveranstaltungen vorgestellt Feministische und politische Rechtstheorien von Prof. Dr. Antonio Álvarez del Cuvillo von der Universität Cadiz,Menschenrechtsrecht - Genderperspektive von Prof. Dr. Tanasije Marinković von der Universität Belgrad,Internationales und Europäisches Recht und Gleichstellung von Prof. Dr. Marco Evola von der LUMSA Universität sowie Feministische Urteile von Prof. Dr. Ivana Krstic von der Universität Belgrad. Alle Referentinnen und Referenten erläuterten die Lehrpläne und gingen auf die Gender-Dimension und die Unterschiede zum traditionellen Unterricht ein.

Als Auftakt zur anschließenden Podiumsdiskussion erläuterte Prof.Dr.MarkoDavinice den Wahlfachkurs Öffentliches Recht und Gleichstellung. Alle Kurse wurden von Richterin Ivana Jelic und Prof.Dr.Silke Laskowski von der Universität Kassel kommentiert. Nach einer fruchtbaren Diskussion und der Feststellung, dass ein zukünftiger Masterstudiengang die potentiellen Adressaten und deren Bedürfnisse berücksichtigen muss, hielt Frau Prof. Laskowski einen Impulsvortrag über die deutsche Situation der politischen Partizipation von Frauen. Sie analysierte die Unterrepräsentation von Frauen mit politischem Mandat in den verschiedenen Bundesländern sowie die rechtlichen Grundlagen für eine Veränderung.Auf der Grundlage dieser Ausführungen gaben die Podiumsteilnehmer in der anschließenden Diskussion einen Einblick in die nationale Situation in Schweden (Prof. Dr. Maria Jansson, Universität Örebrö) und in Frankreich (Prof. Dr. Philippe Rossalter, Universität des Saarlandes), wobei sie das schwedische System der freiwilligen Quotenregelung mit der obligatorischen Quotenregelung in Frankreich verglichen.Der Moderator, Prof. Dr. Thomas Giegerich, ergänzte das Impulsreferat mit Blick auf die deutsche Situation und die europäischen und internationalen Rahmenbedingungen.Abschließend stellte Assoc. Prof. Dr. Susanne Strand die Ergebnisse des Empirischen Erhebungsinstruments (bestehend aus einer Desk-Analyse und einem Fragebogen) vor, mit dem der Status quo der Geschlechtergleichheit unter den Mitarbeitern aller betroffenen Fakultäten analysiert wurde (Intellectual Output 2, IO2).

Wir danken allen Referenten und Teilnehmern für die fruchtbaren Diskussionen und weisen darauf hin, dass Prof. Dr. Thomas Giegerich und sein Team im Nachgang die Argumente und Ergebnisse der Podiumsdiskussion in einem Fachbeitrag für seinen Blog zusammenfassen werden. Mehr Informationen demnächst unter:blog | Jean-Monnet-Saar.

VonEI-Mag

Kontakt

Ass. iur. Mareike Fröhlich LL.M.
Research Fellow, Head of International Cooperation & Projects

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